Der Montmartre-Hügel, das Viertel Montmartre, eine Welt für sich

Die Butte Montmartre und das auf 130 Meter gelegene Dorf Montmartre sind weit mehr als nur ein einfaches Viertel von Paris: Es ist eine Seele, ein Dorf in der Stadt, ein Ort, an dem sich seit Jahrhunderten Geschichte, Kunst und Bohème vermischen. Mit seinen gepflasterten Gassen, versteckten Treppen und zeitlosem Flair zieht dieses Viertel des 18. Arrondissements jedes Jahr Millionen von Besuchern an, die auf der Suche nach Authentizität sind. Entdecken Sie, warum Montmartre für jeden, der das wahre Paris erleben möchte, ein Muss ist.

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Ein wenig Geschichte: zwischen Legende und Revolution

Montmartre verdankt seinen Namen dem „Mont des Martyrs“ (Berg der Märtyrer), in Anlehnung an den heiligen Denis, den ersten Bischof von Paris, der hier im 3. Jahrhundert enthauptet wurde. Im Mittelalter war es nur ein bescheidenes Winzerdorf, umgeben von Feldern und Mühlen. Doch im 19. Jahrhundert änderte sich alles: Paris dehnte sich aus, und Montmartre, noch außerhalb der Stadtmauern gelegen, wurde zum Treffpunkt von Künstlern, Schriftstellern und Revolutionären.

1871 war das Viertel Schauplatz der Pariser Kommune, eines Volksaufstands, der die französische Geschichte prägte. Barrikaden erhoben sich in seinen Gassen, und die Butte wurde zum Symbol des Widerstands. Heute erinnern Gedenktafeln an diese Ereignisse, während der rebellische Geist Montmartres in seinen Cafés und Kunstgalerien weiterlebt.

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Lage und Anreise zur Butte Montmartre: Wie kommt man hin?

Im Norden von Paris gelegen, ist Montmartre leicht mit der Metro erreichbar, und zwar über die Stationen Abbesses (Linie 12), Anvers (Linie 2) oder Blanche (Linie 2). Für eine malerischere Ankunft können Sie die Standseilbahn von Montmartre nehmen, die Sie direkt zum Fuß des Sacré-Cœur bringt – Ausgangspunkt ist die Station Anvers. Die Mutigen können die 222 Stufen der Treppe in der Rue Foyatier erklimmen, um schon bei der Ankunft einen atemberaubenden Blick zu genießen.

Wer lieber umweltfreundlich unterwegs ist, kann den Bus (Linien 30, 31, 54, 80 und 85) nehmen. Und für ein echtes Pariser Erlebnis: Warum nicht mit dem Fahrrad kommen? Rund um das Viertel gibt es Fahrradwege und Vélib’-Stationen.

Das Sacré-Cœur und der Glaube von Montmartre

Die Basilika Sacré-Cœur, die hoch über Paris thront, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt. Zwischen 1875 und 1914 als Sühne für die Verbrechen der Kommune erbaut, zieht die Kirche im romano-byzantinischen Stil mit ihrem makellosen weißen Marmor die Blicke auf sich. Im Inneren beeindruckt das größte Mosaik Frankreichs (475 m²) mit der Darstellung des triumphierenden Christus, während die Kuppel einen 360-Grad-Blick über Paris bietet.

Aber Montmartre erschöpft sich nicht im Sacré-Cœur. Die Kirche Saint-Pierre de Montmartre, eine der ältesten Kirchen von Paris (12. Jahrhundert), zeugt von der religiösen Geschichte des Viertels. Unauffälliger markiert die Kapelle der Märtyrer den Ort, an dem angeblich der heilige Denis enthauptet wurde. Ein Abstecher ins Heilige, fernab vom touristischen Trubel.

Museen und Kulturstätten: Kunst an jeder Ecke auf dem Montmartre-Hügel

Montmartre ist ein Freilichtmuseum. Das Musée de Montmartre, untergebracht im ehemaligen Atelier von Suzanne Valadon und Maurice Utrillo, erzählt die Geschichte des Viertels anhand von Werken von Toulouse-Lautrec, Modigliani oder Picasso. Nicht verpassen sollte man seinen Renoir-Garten, eine friedvolle Oase, inspiriert vom Maler.

Nur wenige Schritte entfernt zeigt Dali Paris über 300 Werke des surrealistischen Meisters, während das Espace Dalí ungewöhnliche Skulpturen und Grafiken präsentiert. Für Literaturfans sind das Dalida-Haus (rue d’Orchampt) und die Moulin de la Galette (von Renoir verewigt) Pflichtstationen.

Place du Tertre: das pulsierende Herz Montmartres

Ein Besuch Montmartres ist ohne die Place du Tertre, sein künstlerisches und touristisches Zentrum, undenkbar. Hier skizzieren Straßenmaler Passanten mit wenigen Pinselstrichen, während Karikaturisten mit Humor wetteifern. Nehmen Sie sich Zeit, an einem Café-Tisch Platz zu nehmen, einen Kaffee zu genießen und dieses lebendige Treiben zu beobachten – so wie zu Zeiten Picassos oder Van Goghs.

In der Hochsaison ist jedoch Vorsicht vor dem Andrang geboten: Kommen Sie früh morgens oder am späten Nachmittag, um die Atmosphäre in vollen Zügen zu genießen. Und wenn Sie mit einem Originalwerk abreisen möchten, verhandeln Sie den Preis – manche Künstler bieten Porträts schon ab unter 50 € an!

Die Friedhöfe: Geschichten und Legenden

Montmartre beherbergt einen der schönsten Friedhöfe von Paris, den Cimetière de Montmartre. Weniger frequentiert als der Père-Lachaise, ist er dennoch die letzte Ruhestätte zahlreicher Berühmtheiten: Dalida (deren Grab stets mit Blumen geschmückt ist), Émile Zola, François Truffaut oder Heinrich Heine. Seine schattigen Alleen und kunstvoll gestalteten Grabmonumente machen ihn zu einem fast romantischen, poetischen Ort.

In der Nähe bietet der Cimetière Saint-Vincent, kleiner und weniger bekannt, eine noch intimere Atmosphäre. Ein Spaziergang abseits der ausgetretenen Pfade für Geschichts- und Ruhe suchende.

Ein atemberaubender Blick über Paris

Montmartre zieht so viele Besucher an, auch wegen seines atemberaubenden Blicks über Paris. Vom Vorplatz des Sacré-Cœur erstreckt sich das Panorama über die gesamte Hauptstadt: den Eiffelturm, die Invaliden, das Panthéon … Bei Sonnenuntergang färbt sich der Himmel in Rosa und Gold und bietet ein magisches Schauspiel. Für ein noch unvergesslicheres Erlebnis können Sie die Kuppel der Basilika besteigen (gegen Gebühr) oder sich mit einem Glas Wein auf die Treppen setzen.

Fotobegeisterte werden auch den Square Marcel-Bleustein-Blanchet lieben, einen kleinen, versteckten Garten mit freiem Blick über den Norden von Paris. Der perfekte Spot, um den Hügel und seine typischen Dächer festzuhalten.

Terrassen und Restaurants: Wo auf dem Montmartre-Hügel essen?

Montmartre ist voller typischer Bistros und Restaurants, in denen man traditionelle französische Küche genießen kann. Für ein authentisches Erlebnis besuchen Sie das Le Consulat, ein historisches Lokal, das seit dem 19. Jahrhundert von Künstlern frequentiert wird. Sein Belle-Époque-Interieur und die sonnige Terrasse machen es zum idealen Ort für ein romantisches Mittagessen.

Feinschmecker sollten sich Chez la Mère Catherine nicht entgehen lassen – das älteste Restaurant Montmartres (gegründet 1793) – oder das Le Moulin de la Galette, wo Gerichte nach alten Rezepten serviert werden. Für einen schnellen Snack eignen sich die bretonischen Crêperien und die handwerklichen Bäckereien (wie die Boulangerie Utopie) perfekt.

Und für ein Glas in der Sonne geht es zum Café des Deux Moulins (berühmt durch den Film Die fabelhafte Welt der Amélie) oder zur Maison Rose, einem entzückenden rosafarbenen Häuschen, das zum Symbol des Viertels geworden ist.

Souvenirs und Maler: Das montmartresche Kunsthandwerk

Montmartre ist ein Paradies für Sammler einzigartiger Andenken. In den Läden der Rue Lepic oder der Rue des Abbesses finden Sie Vintage-Rahmen, antike Stiche, retro Postkarten und von lokalen Künstlern gefertigte handwerkliche Gegenstände. Besuchen Sie unbedingt La Boutique du Sacré-Cœur, wo Reproduktionen von Gemälden und Merchandise-Artikel der Basilika angeboten werden.

Für Kunstliebhaber zeigen die Kunstgalerien in der Rue Saint-Rustique oder der Rue de l’Abreuvoir zeitgenössische Werke. Und wenn Sie ein Stück Montmartre mit nach Hause nehmen möchten, warum gönnen Sie sich nicht ein Porträt, gemalt von einem Künstler der Place du Tertre?

Das Dorfgefühl: Montmartre, ein besonderes Viertel

Was Montmartre so besonders macht, ist seine Dorfatmosphäre. Hier kennen sich die Händler, die Nachbarn grüßen sich, und die Zeit scheint stillzustehen. Schlendern Sie durch die Rue de l’Abreuvoir, eine der malerischsten Straßen von Paris, oder erkunden Sie die geheimen Gassen wie den Passage des Abbesses oder das Village Saint-Paul.

Trotz des Tourismus hat das Viertel seinen bohemienhaften Charme bewahrt. Die lokalen Märkte (wie der Marché Saint-Pierre am Fuß der Butte für Stoffe) und die kleinen Handwerksbetriebe (Schuhmacher, Buchbinder, Tischler) erinnern daran, dass Montmartre vor allem ein lebendiger Ort ist, an dem sich Kunst und Alltag vermischen.

Der Weinberg von Montmartre: ein weinbauliches Erbe

Wussten Sie, dass Montmartre seinen eigenen Weinberg besitzt? Der Clos Montmartre in der Rue Saint-Vincent produziert jedes Jahr einige hundert Flaschen eines 100 % montmartreschen Rot- und Weißweins. Die Ernte, die im Oktober beim Fête des Vendanges stattfindet, ist ein fröhliches Ereignis, das Tausende von Besuchern anzieht.

Obwohl der Wein nicht im Handel verkauft wird (er wird für wohltätige Auktionen reserviert), können Sie ihn bei bestimmten Veranstaltungen oder in lokalen Weinkellereien probieren. Eine Tradition, die das weinbauliche Erbe des Viertels bewahrt – als Montmartre im Mittelalter noch von Weinbergen bedeckt war.

Warum ist Montmartre ein Muss?

Montmartre ist weit mehr als nur eine Touristenstation: Es ist ein sinnliches und emotionales Erlebnis. Zwischen seiner reichen Geschichte, atemberaubenden Landschaften, der künstlerischen Atmosphäre und seinem dörflichen Charme verkörpert dieses Viertel die Seele von Paris. Ob Sie Kunst-, Geschichts- oder Genussliebhaber sind oder einfach auf der Suche nach Authentizität – Montmartre wird Sie verzaubern.

Nehmen Sie sich also Zeit, lassen Sie sich in seinen Gassen treiben, bewundern Sie die Aussicht von den Stufen des Sacré-Cœur und lassen Sie sich von der Magie dieses einzigartigen Ortes auf der Welt mitreißen. Wie Toulouse-Lautrec sagte: „In Montmartre atmet man Kunst und Freiheit.“

Und Sie? Welche ist Ihre Lieblingsadresse in Montmartre? Teilen Sie Ihre Favoriten in den Kommentaren!