Die Konditorei von Gilles Marchal in Montmartre
Die Pâtisserie von Gilles Marchal befindet sich auf der Butte Montmartre, an der Südwestseite.
Gilles Marchal erinnert sich gern an seine Kindheit im lothringischen Dorf Laneuveville-aux-Bois, wo seine Großmutter die Produkte vom Bauernhof verarbeitete und sein Vater als Schokoladenvertreter arbeitete. Mit 15 Jahren stand für ihn fest, dass er Pâtissier werden wollte: Er begann seine Lehre bei einer Größe der lothringischen Pâtisserie, Meister Claude Bourguignon. Noch vor seinem 18. Geburtstag hatte er bereits seine Diplome als Pâtissier, Confiseur, Chocolatier, Eishersteller und als Compagnon du Devoir in der Tasche. Es folgten drei magische Jahre bei dem größten Pâtissier Luxemburgs, Pit Oberweis.
Später arbeitete Gilles Marchal vier Jahre lang als Pâtissier-Assistent im Hôtel de Crillon, drei Jahre als Chef-Pâtissier im Hôtel Plaza Athénée und sieben Jahre als Chef-Pâtissier im Hôtel Le Bristol. Zudem bekleidete er fünf Jahre lang die Position des Internationalen Kreativdirektors bei La Maison du Chocolat in Paris, London, Tokio, New York und Hongkong.
Nach seiner Auszeichnung als „Bester Pâtissier des Jahres“ 2004 und der Verleihung der Medaille der Stadt Paris 2008 ließ sich Gilles Marchal im 18. Arrondissement von Paris, auf der Butte Montmartre, in der Rue Ravignan 9 nieder. Hier, in diesem Paris, das vom Dorfgeist verzaubert ist und wo man sich Zeit nimmt, um zu leben und sich kennenzulernen, findet er die Inspiration und das Glück, seine Kunst in vollen Zügen auszuüben.
Wie die Maler und Dichter aus der Zeit des Bateau-Lavoir bleibt Gilles Marchal stets auf der Suche nach neuen Entdeckungen und Trends, ohne jemals die Tradition zu verleugnen: Er lässt sich ständig inspirieren, experimentiert und innoviert. Er testet und wählt die besten lokalen und internationalen Produkte aus. Mit Hilfe neuer Technologien, die von Handwerkern (Goldschmieden, Klempnern, Töpfern…) oder Künstlern (Maler, Bildhauer, Graveuren…) sowie befreundeten Köchen entwickelt werden, erfindet er neue Kompositionen und andere Formen der Küche. Als neugieriger Konditor schafft er die Gegenwart, indem er neue Rezepte erfindet und sich dabei von den großen Klassikern inspirieren lässt.
Bei Gilles Marchal ist die Madeleine die Lieblingsgebäckspezialität – eine Madeleine, die sich wie von Zauberhand in eine Komplizin für Trüffel oder ein neues Aroma verwandelt, ohne jemals das Originalrezept zu verraten. Eine einfache Madeleine, ein leichtes Gebäck und viel Know-how. Eine Madeleine, die weltweit mehrere Preise bei Kritikern und Medien gewonnen hat. Und nicht zu vergessen das Schokoladeneclair, der Rum-Baba und der Kouign-amann, dessen Geheimnis ihm einst einer seiner bretonischen Köche anvertraut hatte und den er sich zu eigen machte, indem er ihn neu interpretierte. Heute verleiht genau das seinen Kreationen ihren Charme und ihre Exzellenz – Kreationen, die bei den schönsten Anlässen, in den schönsten Häusern und auf den schönsten Tischen der Welt serviert werden.