Café-de-la-Gare Theater, eine originelle Idee, um Theater zu machen
Das Théâtre du Café-de-la-Gare, mitten im Herzen des Marais gelegen, in der Rue du Temple 41, im 4. Arrondissement von Paris. Es ist seit 1969 eine der Hochburgen des Pariser Lachens. Coluche, Gérard Depardieu und Benoît Poelvoorde, allesamt etablierte Schauspieler, sind auf der Bühne dieses einzigartigen Theaters mit 300 Plätzen aufgetreten.
Die Anfänge: das Kollektiv Café-de-la-Gare Théâtre
Wir schreiben kurz nach den Ereignissen von Mai 1968. Das Café-de-la-Gare öffnet 1969 seine Türen in der Nähe des Bahnhofs Paris-Montparnasse, im 14. Arrondissement. Das Theater befindet sich in einem von seinen Gründern restaurierten Lager, einer ehemaligen Ventilatorenfabrik. Zu den ersten Gründungsmitgliedern gehören: Romain Bouteille, Coluche, Sotha, Patrick Dewaere, Miou-Miou und Henri Guybet.
Von Coluche als „Kumpanei in wilder Ehe“ bezeichnet, war die Lebensweise der Gruppe von Außenseitern geprägt von einem kollektiven Zusammenleben. Coluche lebte mit seiner Partnerin Miou-Miou zusammen, Sotha, die Partnerin von Romain Bouteille, verließ diesen für Patrick Dewaere, der später Miou-Miou verführte. Es war wirklich ein gemeinschaftliches Leben!
Bei seiner Eröffnung präsentierte sich das Café-de-la-Gare-Theater als „Café-Théâtre“ – ein vager Begriff, der damals vor allem steuerlichen Zwecken diente. Doch es gab weder ein Café noch Tische oder Stühle, nur etwa 180 Zuschauerplätze, die auf drei Seiten einer etwa 8 mal 5 Meter großen Bühne angeordnet waren.
Der Umzug des Café-de-la-Gare-Theaters ins Marais
1971 zog das Café-de-la-Gare-Theater in die Rue du Temple Nr. 41 im 4. Arrondissement, an seinen heutigen Standort. Es bezog ein ehemaliges Gasthaus aus dem 17. Jahrhundert, das einst „Auberge de l’Aigle d’Or“ hieß.
Im Laufe der Zeit wechselte die Zahl der „Mitwirkenden-Schauspieler“. Einige verließen das Ensemble, andere kamen hinzu oder kehrten zurück: 1973 stießen Philippe Manesse, Patrice Minet und Marie-Christine Descouard zur Truppe, während Gründungsmitglieder wie Patrick Dewaere, Miou-Miou oder Henri Guybet zwischen ihren Theaterengagements und Filmkarrieren wechselten.
Später erweiterte sich das Kollektiv um Gérard Lanvin, der früher Kleidung verkaufte, Gérard Depardieu und Renaud. Auch andere Schauspieler traten dort auf: Rufus, Martin Lamotte, Thierry Lhermitte, Diane Kurys, Coline Serreau. Später gehörten auch Josiane Balasko, Anémone, Gérard Jugnot und Roland Giraud zum Ensemble.