Friedhof Père Lachaise
Willkommen auf dem Friedhof Père-Lachaise, einem der faszinierendsten und bewegendsten Orte von Paris. Mehr als ein einfacher Friedhof ist er ein wahrhaftiges Freilichtmuseum, in dem sich Geschichte, Kunst und Erinnerung unter den Wipfeln jahrhundertealter Bäume vermischen. Jährlich besuchen ihn über dreieinhalb Millionen Menschen – damit ist er der meistbesuchte Friedhof der Welt.
Als einer der meistbesuchten Orte der Hauptstadt zieht er jedes Jahr Besucher aus aller Welt an, die hier legendären Persönlichkeiten ihre Reverenz erweisen oder einfach durch seine poetisch aufgeladenen Alleen schlendern.
Der Friedhof liegt im 20. Arrondissement, zwischen den lebendigen Vierteln Ménilmontant und Belleville, und erstreckt sich über 44 Hektar – damit ist er die größte innerstädtische Grünfläche von Paris. Seine offizielle Adresse, 16 rue du Repos, klingt wie eine Einladung zur Einkehr. Mit der Metro (Linien 2 und 3, Station Père Lachaise) ist dieser einzigartige Ort leicht erreichbar und verbindet Ruhe mit guter Anbindung, nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt.
Warum ist dieser Friedhof so berühmt? Weil er die Gräber von über 700 Persönlichkeiten beherbergt, darunter einige der bedeutendsten der Geschichte. Künstler, Schriftsteller, Musiker, Wissenschaftler und Revolutionäre ruhen hier – jeder Besuch wird so zu einer Reise durch die Jahrhunderte. Doch der Père-Lachaise ist auch ein grünes Juwel, eine Oase der Stille, in der man dem Pariser Trubel entfliehen kann.
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Die reiche und bewegte Geschichte des Friedhofs Père-Lachaise
Der Friedhof Père-Lachaise verdankt seinen Namen dem Beichtvater König Ludwigs XIV., dem Jesuitenpater François d’Aix de La Chaise, genannt Père Lachaise, der in einem Haus auf dem Hügel dieser Anhöhe lebte. Ursprünglich gehörte das Gelände den Jesuiten, die dort im 17. Jahrhundert ein Anwesen errichtet hatten. Erst 1804 beschloss Napoléon Bonaparte, damals Erster Konsul, dort einen Friedhof anzulegen, um die oft unhygienischen und überfüllten Pariser Begräbnisstätten zu entlasten.
Anfangs konnte der Père-Lachaise die Pariser nicht überzeugen, da er ihnen zu abgelegen erschien. Um Familien anzulocken, ließ die Stadt Paris 1817 die sterblichen Überreste des berühmten Liebespaares Héloïse und Abélard aus dem 12. Jahrhundert sowie die von Molière und La Fontaine dorthin überführen. Diese Strategie zeigte Wirkung: Der Friedhof entwickelte sich nach und nach zu einem begehrten Ort, an dem es als schick galt, beigesetzt zu werden.
Heute beherbergt der Père-Lachaise über eine Million Verstorbene und ist damit der bevölkerungsreichste Friedhof von Paris. Er ist zudem der erste „Friedhofspark“ der Welt, der als romantischer Garten konzipiert wurde, in dem sich die Gräber harmonisch in die Natur einfügen. Seine gewundenen Wege, die majestätischen Bäume und die Grabmonumente machen ihn zu einem besonderen Ort, an den man sowohl zur Andacht als auch zur Bewunderung kommt.
Berühmte Persönlichkeiten auf dem Friedhof Père-Lachaise: ein Pantheon unter freiem Himmel
Der Père-Lachaise wird oft als „Friedhof der Berühmten“ bezeichnet – und das zu Recht: Hier ruhen einige der prägendsten Figuren der Geschichte. Die folgenden Gräber, die zu den meistbesuchten zählen, machen diesen Ort für Kunst-, Literatur- und Musikliebhaber zu einem Muss.
Schriftsteller und Dichter
Literaturbegeisterte sollten es nicht versäumen, Oscar Wilde die letzte Ehre zu erweisen, dessen Grab mit einer von Jacob Epstein geschaffenen geflügelten Sphinx verziert ist und zu den meistfotografierten zählt. Überzogen mit Lippenstiftspuren (eine Tradition, die von den Bewunderern des Schriftstellers initiiert wurde) symbolisiert es die Kühnheit und Provokation, die sein Leben prägten.
In der Nähe liegt Marcel Proust begraben, der Autor von *Auf der Suche nach der verlorenen Zeit*, dessen schlichtes Grab im Kontrast zur Komplexität seines Werks steht. Auch Honoré de Balzac, Alfred de Musset und Colette (deren Grab oft mit Blumen geschmückt wird) gehören zu den großen Namen der französischen Literatur, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden.
Musiker und Sänger
Der Père-Lachaise ist für Musikliebhaber ein Pilgerort. Das Grab von Jim Morrison, dem legendären Sänger der Doors, ist zweifellos das meistbesuchte. Seit seinem Tod 1971 legen Fans hier Blumen, Botschaften oder Whiskyflaschen nieder – trotz der Maßnahmen zum Schutz des Geländes. Das schlichte und unauffällige Grab ist von einem Zaun umgeben, um es vor übermäßiger Verehrung zu schützen.
Weitere berühmte Musiker ruhen hier, wie Frédéric Chopin, dessen Herz in Warschau aufbewahrt wird, während sein Körper unter einer schlichten Stele liegt. Die griechische Diva Maria Callas wurde 1977 hier beigesetzt, bevor ihre Asche im Ägäischen Meer verstreut wurde. Schließlich zieht Édith Piaf, die „Spatz von Paris“, mit ihrem bescheidenen, aber stets blumengeschmückten Grab weiterhin Besucher an.
Künstler und Schauspieler
Kunstliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Die Gräber von Eugène Delacroix, dem Meister der Romantik, oder von Théodore Géricault, dem Schöpfer des berühmten Gemäldes *Das Floß der Medusa*, sind zu sehen. Modigliani, der italienische Maler, ruht hier an der Seite seiner Lebensgefährtin Jeanne Hébuterne unter einer schlichten, aber bewegenden Stele.
Auch das Kino ist vertreten mit Max Ophüls, dem Regisseur von *Lola Montez*, und Simone Signoret, der mit einem Oscar für *Die Wege zum Ruhm* ausgezeichneten Schauspielerin, deren Grab oft mit Rosen geschmückt ist.
Wissenschaftler und Revolutionäre
Der Père-Lachaise ist auch die letzte Ruhestätte großer Geister. Hier liegt Auguste Comte, der Begründer der Soziologie, begraben, ebenso wie Joseph-Louis Lagrange, der Mathematiker und Astronom. Geschichtsinteressierte werden die Gräber von Jean Moulin, dem Helden der Résistance, oder von Félix Éboué, dem kolonialen Gouverneur, der das französische Äquatorialafrika zur Freien Französischen Streitmacht führte, berühren.
Schließlich werden Geschichtsinteressierte hier die Grabstätten von Adolphe Thiers, dem ersten Präsidenten der Dritten Republik, oder die von Jean-Baptiste Clément, dem Autor des berühmten Liedes Le Temps des cerises, das zum Symbol der Pariser Kommune wurde, entdecken.
Ein Ort des Gedenkens und der religiösen Vielfalt
Der Père-Lachaise ist nicht nur ein Friedhof der Berühmten: Er ist auch ein Spiegel der religiösen und kulturellen Vielfalt von Paris. Seine Alleen beherbergen Abteilungen für verschiedene Konfessionen, die Zeugnis von der multikulturellen Geschichte der Stadt ablegen.
Die christlichen Abteilungen
Die Mehrheit der Gräber auf dem Père-Lachaise sind christlich, mit einem starken Anteil an katholischen Bestattungen. Man findet neugotische Kapellen, steinerne Kreuze und geschnitzte Engel, typisch für die Grabmalkunst des 19. Jahrhunderts. Die Abteilung der Opfer der Revolutionen von 1830 und 1848 erinnert an die politischen Kämpfe, die Frankreich prägten.
Die jüdische Abteilung
Die jüdische Abteilung, eine der ältesten in Paris, beherbergt Gräber aus dem 19. Jahrhundert. Man findet Grabsteine, verziert mit Davidsternen und hebräischen Inschriften, sowie die Grabstätte von Alfred Dreyfus, dem Offizier, der im Zuge der Affäre, die Frankreich spaltete, zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilt wurde.
Die muslimische Abteilung
Die muslimische Abteilung, 1856 angelegt, ist einer der ersten Orte in Europa, der speziell für muslimische Verstorbene vorgesehen ist. Die Gräber, nach Mekka ausgerichtet, sind oft mit in Arabisch beschrifteten Grabsteinen versehen. Diese Abteilung zeugt von der historischen Präsenz der muslimischen Gemeinschaft in Paris.
Weitere Konfessionen
Der Père-Lachaise verfügt zudem über eine protestantische Abteilung mit schlichten und eleganten Gräbern sowie einen Bereich für die Orthodoxen, erkennbar an ihren charakteristischen Kreuzen. Schließlich gibt es eine militärische Abteilung, die den für Frankreich gefallenen Soldaten gewidmet ist und beeindruckende Denkmäler umfasst.
Denkmäler und Gedenkstätten: Kunstwerke in eigener Sache
Der Père-Lachaise ist ein wahrer Museum der Grabmalkunst, in dem sich Kunst und Tod begegnen. Jedes Grab erzählt eine Geschichte, und einige sind wahre Meisterwerke.
Die Mauer der Kommunarden
Eines der bekanntesten Denkmäler ist die Mauer der Kommunarden in der Division 76. Sie erinnert an die 147 Kommunarden, die hier im Mai 1871 während der „Blutigen Maiwoche“, die das Ende der Pariser Kommune besiegelte, erschossen wurden. Jedes Jahr findet am letzten Sonntag im Mai eine Gedenkfeier für diese Revolutionäre statt, die zum Symbol des Kampfes für soziale Gerechtigkeit geworden sind.
Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs
Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, nahe dem Haupteingang gelegen, ist ein eindrucksvolles Skulpturenensemble des Künstlers Paul Landowski, der auch den Christusstatue in Rio schuf. Es zeigt eine trauernde Frau als Symbol für das von Trauer gezeichnete Frankreich.
Bemerkenswerte Gräber
Zu den spektakulärsten Gräbern zählt das von Victor Noir, einem Journalisten, der 1870 in einem Duell getötet wurde. Seine Bronzestatue von Jules Dalou zeigt ihn liegend mit einer beeindruckenden Realistik. Der Legende nach soll das Berühren bestimmter Körperteile Glück bringen, weshalb die Statue an diesen Stellen von Besuchern blank poliert ist.
Die Grabstätte von Allan Kardec, dem Begründer des Spiritismus, ist dagegen stets mit Blumen und Botschaften bedeckt, was die anhaltende Faszination für seine Theorien widerspiegelt. Schließlich ist die Kapelle der Greffulhe im neugotischen Stil ein architektonisches Juwel, das einen Besuch wert ist.
Der Père-Lachaise in der Kultur
Der Friedhof Père-Lachaise hat zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Filmemacher inspiriert. Seine melancholische und geheimnisvolle Atmosphäre macht ihn zu einem idealen Schauplatz für Geschichten über Liebe, Tod und Geister.
In der Literatur
Mehrere Romane spielen im Père-Lachaise. In Balzacs Le Père Goriot wird der Friedhof als Ort beschrieben, an dem Rastignac Paris herausfordert. Kürzlich lässt Fred Vargas in Pars vite et reviens tard einen Teil der Handlung dort spielen, wo Kommissar Adamsberg eine Reihe von mit der Pest verbundenen Morden untersucht.
Im Kino
Der Père-Lachaise diente als Kulisse für zahlreiche Filme, wie Die fabelhafte Welt der Amélie (2001), in dem die Heldin dort zum ersten Mal Nino trifft. Auch Die Treffen in Paris (1995) von Éric Rohmer oder Hass (1995) von Mathieu Kassovitz spielen dort und zeigen die Vielfalt der Stimmungen, die dieser Ort bieten kann.
In der Musik
Der Friedhof inspirierte auch Lieder, wie Le Père-Lachaise von Renaud, der mit Humor und Zärtlichkeit die dort ruhenden Prominenten besingt. Auch Serge Gainsbourg drehte dort das Musikvideo zu Je suis venu te dire que je m’en vais, was dem bereits emotional aufgeladenen Ort eine poetische Note verlieh.
Praktische Tipps für Ihren Besuch auf dem Friedhof Père-Lachaise
Um Ihren Besuch optimal zu gestalten, hier einige nützliche Tipps:
Nehmen Sie sich Zeit: Der Friedhof ist groß, und ein vollständiger Besuch kann mehrere Stunden dauern. Wenn Sie es eilig haben, sollten Sie sich auf einige markante Gräber konzentrieren.
Laden Sie einen Plan herunter: Die offizielle Website der Stadt Paris bietet interaktive Pläne zur Orientierung. Alternativ können Sie eine oft sehr lohnende Führung buchen. Plan der Stadt Paris. Interaktiver Plan FRIEDHOF PÈRE LACHAISE
Respektieren Sie den Ort: Der Père-Lachaise ist ein aktiver Friedhof. Berühren Sie keine Gräber, sprechen Sie nicht laut und picknicken Sie nicht auf den Grabstätten.
Besuchen Sie ihn frühmorgens oder unter der Woche: Zu diesen Zeiten ist der Friedhof weniger frequentiert, was einen ruhigeren Besuch ermöglicht.
Tragen Sie bequeme Schuhe: Die Wege sind teilweise steil oder gepflastert, und einige Gräber befinden sich in weniger zugänglichen Winkeln.
Und vergessen Sie nicht, den Blick zu heben: Neben den Gräbern bietet der Père-Lachaise wunderschöne Aussichtspunkte über Paris, insbesondere von dem Hügel, auf dem Jim Morrison ruht. Ein magischer Moment, um Ihren Besuch ausklingen zu lassen.
Warum ist der Père-Lachaise ein Muss?
Der Friedhof Père-Lachaise ist weit mehr als nur ein Begräbnisort: Er ist ein Zusammenschluss aus Geschichte, Kunst und Emotionen. Ob Sie Literatur-, Musik- oder Geschichtsliebhaber sind oder einfach Ruhe suchen – dieser einzigartige Ort wird Sie faszinieren.
Hier erzählt jedes Grab eine Geschichte, jeder Weg lädt zum Nachdenken ein, und jeder Besucher geht mit einem bleibenden Eindruck. Der Père-Lachaise ist Paris in seiner poetischsten und tiefgründigsten Form: eine Stadt, in der Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen und Schönheit mit Melancholie wetteifert.