Hôtel de Sens, stattliches Stadthaus der Erzbischöfe von Sens, erbaut Ende des 15. Jahrhunderts

Hôtel de Sens, stattliches Stadthaus der Erzbischöfe von Sens, erbaut Ende des 15. Jahrhunderts

Hôtel de Sens
1 rue du Figuier 75004 (Bibliothèque Forney)

(Métro Saint-Paul, Pont-Marie)

Zusammen mit dem Hôtel de Cluny gehört das Hôtel de Sens zu den wenigen erhaltenen Beispielen mittelalterlicher Profanarchitektur. Das Gebäude wurde zwischen 1475 und 1519 als Pariser Residenz von Tristan de Salazar, Erzbischof von Sens, errichtet. Paris wurde erst 1623 zum Erzbistum erhoben. Vor diesem Datum unterstand der Bischof von Paris dem Erzbistum Sens, weshalb dort Mitglieder großer Familien wie der Guise und der Bourbon residierten. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts beherbergte Heinrich IV dort seine ehemalige Ehefrau, die exzentrische Königin Margot. Sie ließ den Feigenbaum fällen, der den Durchgang ihrer Kutsche behinderte – der Baum gab der Straße ihren Namen. Später wurde das Gebäude für verschiedene Zwecke vermietet, ohne dass es instand gehalten wurde. 1916 kaufte die Stadt es in einem stark verfallenen Zustand. Die Restaurierung glich eher einer Neuerrichtung: Das Gebäude bewahrte zwar seinen unregelmäßigen mittelalterlichen Grundriss um den Innenhof und seinen Donjon aus dem Jahr 1475, doch der Rest wurde zwischen 1936 und 1962 neu aufgebaut. Heute beherbergt das Hôtel de Sens die Bibliothèque Forney, die sich den dekorativen Künsten widmet.

Bibliothèque Forney, 1 rue du Figuier (www)

(Tel. 01 42 78 14 60, geöffnet dienstags, freitags und samstags von 13:00 bis 19:30 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 19:30 Uhr)

1886 durch ein Vermächtnis des Industriellen Forney gegründet, sollte sie als Dokumentationszentrum für die Pariser Handwerker dienen. Heute bietet sie Kunst- und Architekturinteressierten Bücher und Zeitschriften sowie Dias und Plakate an.