Grab des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen von Paris

Das Grab des unbekannten Soldaten wurde bereits im ersten Jahr des Ersten Weltkriegs ins Gespräch gebracht. Zahlreiche Projekte zur Ehrung der Gefallenen entstanden in dieser Zeit. So verbreiteten sich Gedenktafeln und Goldene Bücher. Die Bezeichnung „für Frankreich gefallen“ wurde durch das Gesetz vom 2. Juli 1915 eingeführt. Bereits im November 1916 schlug François Simon erstmals vor, „die Tore des Panthéon für einen der ruhmvoll gefallenen unbekannten Kämpfer zu öffnen“. Diese Idee nahm jedoch erst nach Kriegsende konkrete Gestalt an. Am 12. September 1919 beschloss die Abgeordnetenkammer schließlich, „einen der durch den Tod Benachteiligten“ im Panthéon zu bestatten – eine Entscheidung, die eine politische Kontroverse auslöste. Letztlich einigte man sich am 8. November 1920 auf den Triumphbogen als Begräbnisort, eine Lösung, die den Interessen der Veteranenverbände entsprach.
Auswahl des unbekannten Soldaten aus acht für Frankreich gefallenen Unbekannten Am 10. November 1920 wurde durch den Soldaten Auguste Thin, Angehöriger der Ehrenwache im Fort von Verdun, ein unbekannter Soldat aus acht nicht identifizierten Leichnamen ausgelost. Seit diesem Tag haben Historiker und Geschichtsinteressierte vergeblich versucht, die Identität dieses Soldaten zu ermitteln – selbst die Behörden, die ihn ausgewählt hatten, kannten sie nicht.
Die sieben anderen, bei der Zeremonie am 10. November 1920 nicht berücksichtigten Leichname ruhen auf dem Militärfriedhof Faubourg Pavé nahe Verdun, im „Grabmal der sieben Unbekannten“. Überführung des unbekannten Soldaten von Verdun nach Paris Der Sarg des unbekannten Soldaten verließ Verdun unter militärischer Begleitung. Per Zug wurde er nach Paris transportiert, wo der französische Staatspräsident Alexandre Millerand am Panthéon eine Ansprache hielt. Die ganze Nacht hindurch stand der Sarg am Platz Denfert-Rochereau unter Bewachung. Am folgenden Tag, dem 11. November 1920, wurde er feierlich unter den Triumphbogen überführt und auf einer 155-mm-Kanone platziert. Der Sarg wurde in einem der Säle des Triumphbogens aufgestellt, der in eine Trauerkapelle umgewandelt worden war. Die Beisetzung in seinem heutigen Grab erfolgte am 28. Januar 1921.
Beisetzung des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen am 28. Januar 1921 Vor hundert Jahren, am 28. Januar 1921, wurden die sterblichen Überreste eines nicht identifizierten Soldaten in der Mitte des Triumphbogens beigesetzt. An der Zeremonie nahmen zivile und militärische Würdenträger teil, darunter die Marschälle, die sich im Ersten Weltkrieg ausgezeichnet hatten (Foch, Joffre und Pétain). Auch der belgische Außenminister Henri Jaspar, der britische Premierminister David Lloyd George sowie ein Vertreter Portugals waren anwesend. Um 8:30 Uhr präsentierten die Truppen das Gewehr. Der Kriegsminister Louis Barthou beugte sich vor dem Sarg und sprach die Worte: „Im Namen des dankbaren und einmütigen Frankreichs grüße ich den unbekannten Soldaten, der für es starb.“
Die Flamme des Gedenkens zur Ehrung der Gefallenen des Ersten Weltkriegs Zwei Jahre später setzte der damalige Kriegsminister André Maginot die Idee einer „Flamme des Gedenkens“ durch, die erstmals am 11. November 1923 entzündet wurde (anlässlich des Waffenstillstands vom 11. November 1918, der den Ersten Weltkrieg beendete). Seit diesem Tag brennt diese Flamme ununterbrochen. Jeden Tag des Jahres wird sie um genau 18:30 Uhr von Vertretern der Veteranen- und Kriegsopferverbände neu entfacht. Die Zeremonie zur Wiederentfachung der Flamme ist öffentlich und findet jeden Abend inmitten der Menge statt. Jeder Passant kann daran teilnehmen, sofern er sich hinter den Absperrungen aufhält – vorbehaltlich der von Polizei und Militär getroffenen Sicherheitsmaßnahmen.
Wie man zum Grab des unbekannten Soldaten gelangt Um das Grab des unbekannten Soldaten aus der Nähe zu betrachten, geht man einfach unter den Bögen des Triumphbogens durch den Tunnel, der unter dem Platz Charles-de-Gaulle hindurchführt (ein Zugang von den Champs-Élysées aus und ein weiterer, diametral gegenüberliegend auf dem Platz), so wie man den Triumphbogen besichtigt.

Auf dem Grab des unbekannten Soldaten steht geschrieben: „Hier ruht ein französischer Soldat, der für das Vaterland starb.“