Das Rosa Haus, ein Künstlerhaus, berühmt gemacht durch Maurice Utrillo

Das Rosa Haus ist die kleine Geschichte des Katalanen Ramon Pichot, in der Nr. 2 der Rue de l’Abreuvoir (an der Ecke zur Rue des Saules) auf dem Montmartre-Hügel. Berühmt wurde es durch ein Gemälde von Utrillo, das es darstellt. Ramon Pichot kaufte das kleine Haus um 1905. Als Maler selbst war er auch mit Dalí befreundet, ebenfalls Katalane, und mit dem spanischen Künstler Pablo Picasso. Er empfing sie oft in diesem Haus, das ihm als Atelier diente.
Das legendäre, in Rosa gestrichene Haus
1908 heiratete er Germaine Gargallo, eine Figur des Montmartre und Modell für Maler. Nach einer Reise nach Spanien ließ Germaine die Außenwände rosa streichen und eröffnete dort ein Restaurant. Ihr Etablissement wurde natürlich von den Bewohnern des Bateau-Lavoir und ihren Künstlerfreunden frequentiert.
Ist der Ruhm des Rosa Hauses Utrillo zu verdanken?
Die Legende besagt, Utrillo habe das Rosa Haus berühmt gemacht, indem er es auf einer seiner Leinwände verewigte. Doch tatsächlich war es Élisée Maclet, ein bescheidener, aber damals anerkannter Maler – ebenso berühmt (wenn nicht sogar mehr) wie sein Freund Utrillo –, der es schon lange vorher darstellte. Heute geht man davon aus, dass Maclets Stil Utrillos Stil, der den älteren Maler bewunderte, stark geprägt hat. Maclet geriet jedoch nach der Wirtschaftskrise von 1930 in Vergessenheit.
Das Rosa Haus vor und während des Zweiten Weltkriegs
Die Geschichte des Etablissements vor und während des Zweiten Weltkriegs bleibt rätselhaft. Fotografien deuten darauf hin, dass es einige Jahre lang ein Kabarett war.
Die Wiedergeburt mit der Familie Miolano
1948 kaufte Béatrice Miolano, aus dem Norden Italiens stammend, dieses kleine französische Restaurant. Manchmal wurde sie von ihrem Sohn Jean Miolano vertreten oder unterstützt. Später wurde das Restaurant verpachtet.
Der Ort wurde von einer Vielzahl von Künstlern besucht, insbesondere von Chansonniers, die in Pigalle und in den Kabaretts des Montmartre auftraten. Später traf man dort auch Camus, Alain Delon, Dalida und andere.
2017 übernahm die Enkelin von Béatrice das Restaurant mit einem neuen Team. Die Philosophie des Ortes knüpft an die Erinnerung an das Dorf Montmartre, seine Gemüsegärten und die Familiengeschichte der Besitzer an. Dieses neue Team möchte das Viertel, die Pariser und die Besucher um einen guten, einladenden, kreativen und verantwortungsvollen Tisch versammeln.
Das Restaurant heute
Das Rosa Haus ist ein kreatives und gemütliches Viertelrestaurant mit einer kurzen Speisekarte auf Basis saisonaler Produkte. Es lässt sich von der französischen Küche und der *cucina povera* (bescheidene italienische Küche) inspirieren. Die Vorspeisen und kleinen Gerichte laden zum Probieren und Teilen ein. Serviert werden Bio-Wein, frisch gezapfter Prosecco in bistrohaftem Vintage-Ambiente.
In der warmen Jahreszeit können Sie die schöne Terrasse genießen. Im Winter empfängt Sie unser Restaurant im ersten Stock und in einem weiteren Raum im Obergeschoss.
Unser „Flexivore“-Menü setzt saisonales Gemüse, hochwertiges Fleisch, Geflügel und Fisch in den Mittelpunkt. Das Rosa Haus wählt seine Produkte und Lieferanten sorgfältig aus. Priorität haben saisonale Produkte und die lokale Wirtschaft durch Zusammenarbeit mit Lebensmittelhandwerkern aus dem 18. Arrondissement. Im Rosa Haus gibt es keine Plastikflaschen oder Strohhalme, keine Dosen, keine Industriegetränke – stattdessen gefiltertes Wasser in recycelten Glas Karaffen. Lieferungen mit hohem Schadstoffausstoß werden vermieden.