Rue Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie, aus dem 13. Jahrhundert, im Schwulenquartier
Die Rue Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie, 330 Meter lang, liegt im 4. Arrondissement in den Vierteln Saint-Gervais und Saint-Merri. Sie beginnt an der Nr. 31, Rue Vieille-du-Temple und endet an der Nr. 24, Rue du Temple. Es ist eine angesagte Straße im Marais.
Herkunft des Namens der Rue Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie
Ihr Name geht auf die Kanoniker des Heiligen Kreuzes zurück, die sich im 13. Jahrhundert in dieser Straße im Kloster Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie niederließen. Tatsächlich geht der Ortsname „Bretonnerie“ oder „Feld der Bretonen“ der Ankunft der Mönche voraus. Bereits 1268 gab es in der Straße ein Haus mit dem Namen „Maison de Galeran le Breton“. Nach anderen Quellen soll der Name „Bretonnerie“ von einer Schlägerei zwischen fünf Engländern oder Bretonen stammen. In der Nacht von Karfreitag auf Samstag, den 12. April 1228, drangen fünf Engländer in Galerans Obstgarten ein, provozierten und beleidigten ihn. Er hatte nur einen Kaplan und einen Diener bei sich, die ihm so gut halfen, dass drei der Engländer getötet wurden und die anderen beiden flohen. Der Kaplan starb am nächsten Tag an seinen Verletzungen. Später, als Brehan Paris verließ, kaufte er vor seiner Abreise dieses Haus und den Obstgarten und schenkte sie seinem tapferen und treuen Diener namens Galleran.
Weitere Geschichte der Rue Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie
Das Kloster Sainte-Croix-de-la-Bretonnerie wurde 1778 wegen Veruntreuung von Geldern geschlossen und während der Französischen Revolution zerstört. An seiner Stelle entstand der gleichnamige Platz.
Heute ist sie eine der bekanntesten Straßen des Schwulenviertels. Ein Ort der Unterhaltung par excellence, in dem sich Cafés und das Theater „Point-Virgule“ befinden.
Bemerkenswerte Gebäude und Gedenkstätten
Gerade Hausnummern
Nr. 6: Von 1980 bis 2020 befand sich hier die Buchhandlung „Les Mots à la bouche“. Diese schwule Buchhandlung zog 2020 in die Rue Saint-Ambroise Nr. 37 (11. Arrondissement von Paris) um.
Nr. 16: Hier lebte der Astronom Joseph Jérôme Lefrançois de Lalande (1732–1807).
Nr. 20: Hier stand das Hôtel particulier des Generalpächters Romans. Von 1840 bis 1860 beherbergte das Gebäude das Rathaus des 7. Arrondissements, danach – nach der Neuorganisation von Paris in 20 Arrondissements – das erste Rathaus des 4. Arrondissements bis 1868. Das Gebäude wurde 1929 abgerissen.
Nr. 44: Ehemaliges Hôtel Feydeau, das durch Heirat von der Familie Hennequin an die Feydeau de Brou überging.
Ungerade Hausnummern
Nr. 5: Hôtel de Raoul de La Faye aus dem frühen 16. Jahrhundert, hinter dem 1852 an der Straßenseite errichteten Gebäude.
Nr. 7: Seit 1975 befindet sich hier das Theater Point-Virgule. Viele berühmte Humoristen haben hier ihre ersten Schritte gemacht, darunter Jean-Marie Bigard, Pierre Palmade, Nicole Ferroni und Florence Foresti.
Nr. 37: Das Haus, in dem Antoine Brutus Menier, damals Apotheker, die Schokoladenmarke Menier gründete, die 1853 von seinem Sohn Émile-Justin weiterentwickelt wurde.
Nr. 47: Ein kleiner Turm aus dem Jahr 1610.