Parvis Notre-Dame – auch Platz Johannes Pauls II.
Der Vorplatz Notre-Dame – Platz Johannes Pauls II. ist ein Platz in Paris, der sich vor der Kathedrale Notre-Dame auf der Île de la Cité befindet und 2006 zu Ehren des Papstes und Heiligen Johannes Pauls II. benannt wurde. Der Platz beherbergt eine archäologische Krypta sowie mehrere Statuen, darunter diejenige Karls des Großen (Karl der Große und seine Leudes).
Der heutige Platz entstand zwischen 1860 und 1870 im Rahmen der Umgestaltungen von Paris unter dem Zweiten Kaiserreich.
Im 19. Jahrhundert wurden die Überreste der Krypta der Kathedrale Saint-Étienne freigelegt und anschließend verfüllt.
Zu Beginn der 1910er-Jahre sah ein nicht realisierter Plan die Anlage eines französischen Gartens auf dem Vorplatz vor.
Am 11. Oktober 1914 wurde die Kathedrale Notre-Dame während des Ersten Weltkriegs durch einen deutschen Luftangriff beschädigt.
Seit dem 3. September 2006 trägt der Platz den Namen „Vorplatz Notre-Dame – Platz Johannes Pauls II.“ zu Ehren des am 2. April 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Die Namensänderung wurde im Rahmen einer Zeremonie der Stadt Paris in Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Bertrand Delanoë, des Erzbischofs von Paris, Monseigneur André Vingt-Trois, des apostolischen Nuntius Monseigneur Fortunato Baldelli sowie des Pariser Klerus vollzogen. Der am 13. Juni 2006 gefasste Gemeinderatsbeschluss stieß in der Mehrheit nicht auf ungeteilte Zustimmung, da einige darin einen Verstoß gegen die Laizität sahen.
Im Juni 2022 wurde das Projekt des Landschaftsarchitekten Bas Smets ausgewählt: Es sieht unter anderem die Zusammenführung der Umgebung der Kathedrale durch eine großflächige Begrünung sowie die Umwandlung des Parkplatzes in eine überdachte Promenade mit Besucherinfrastruktur und einem neuen Krypteneingang vor; die Arbeiten sind zwischen 2024 und 2027 geplant.
Vor dem Hauptportal der Kathedrale stand ein Pranger, an dem Verurteilte gehängt wurden. Dieses Zeichen der hohen Gerichtsbarkeit des Bischofs von Paris wurde 1767 durch einen Schandpfahl ersetzt, der 1792 verschwand. Von diesem Pfahl aus gingen die großen Fernstraßen Frankreichs aus. 1924 wurde eine Medaille angebracht, die den „Nullpunkt der französischen Straßen“ markiert – den Referenzpunkt, von dem aus die Entfernungen zwischen Paris und anderen Städten gemessen werden.