Lucas Carton – Feines Restaurant – Bewertung 4,5

Lucas Carton, ein Sterne-Restaurant in prunkvollem Ambiente gegenüber der Kirche La Madeleine. Das Restaurant hat auch einen kleinen Bruder: „Le Petit Lucas“, der sich im selben Gebäude auf derselben Etage befindet.

Ein Restaurant, das bald sein drittes Jahrhundert vollendet

Die offizielle Eröffnung des Restaurants geht auf den Bau des Gebäudes durch den Architekten Charpentier im Jahr 1839 zurück. 1860 gab ihm der neue Besitzer, Monsieur Augis, den Namen „La Taverne de France“ und machte es zu einem beliebten Treffpunkt im Paris von Napoléon III. Sein Nachfolger Scaliet verlieh ihm 1880 schließlich den endgültigen Namen „Lucas“.

Das Restaurant Lucas: ein Art-Nouveau-Museum

Der Besitzer des Restaurants „Lucas“ ließ sich von Majorelle, einem französischen Möbelschreiner und Dekorateur der École de Nancy und Vertreter des Jugendstils, die geschnitzten Holzvertäfelungen anfertigen, die das Restaurant schmücken. Damit schuf er eines der Meisterwerke des Jugendstils, das Kunstliebhaber aus aller Welt anzieht. Vier Jahre waren für ihre Anfertigung nötig. Geschnitzt aus Ahorn, Bergahorn und Ceylon-Zitronenholz, entsprechen sie dem Zeitgeist und sind heute als historische Denkmäler eingestuft. Sie gelten als bedeutende Elemente des Jugendstils und steigern das Prestige des Restaurants.

Aus dem Restaurant Lucas wird das Sterne-Restaurant Lucas Carton

Zwischen den beiden Weltkriegen kaufte Monsieur Carton das Restaurant und fügte seinen Namen hinzu. Seit 1924 steht Lucas Carton gegenüber der Madeleine.

In den 1960er-Jahren bildete hier eine ganze Generation junger Köche aus, darunter Alain Senderens, der das Restaurant von 1985 bis 2013 leitete. Das 21. Jahrhundert markiert das dritte Jahrhundert des Bestehens von Lucas Carton. Immer stärker der Natur und den Produkten verbunden, schrieb Chef Hugo Bourny 2021 ein neues, schönes Kapitel in der Geschichte von Lucas Carton.

Hugo Bourny, der Chef

Welche Herausforderung, Alain Senderens nach fast vierzigjähriger Leitung nachzufolgen! Doch seine drei Stationen in mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants prägten die elegante und bescheidene Persönlichkeit von Hugo Bourny: Arnaud Donckele in „La Vague d’Or“, Anne-Sophie Pic in Valence und Hélène Darroze.

An seinem Tisch sind die Aromen direkt, kraftvoll und von höchster Kunstfertigkeit. Ein Feuerwerk an Geschmack, das mit Gemüse virtuos spielt, Fleisch mit Einzigartigkeit und Meeresfrüchte mit Feingefühl kombiniert.

Der Service ist eher locker und erinnert eher an eine Brasserie als an einen Sterne-Tisch, die Atmosphäre ist weniger steif und dafür umso fröhlicher.

Und Le Petit Lucas?

„Le Petit Lucas“ ist die Vorstufe zu „La Table du Chef“ im zweiten Stock des Gebäudes mit günstigeren Preisen. Doch die Küche bleibt dieselbe: einfach, elegant, eine genussvolle und heitere Signatur. Dieser einst legendäre Ort im zweiten Stock vereint die verspieltesten und festlichsten Aspekte der französischen Küche. Emblematische Gerichte der französischen Lebensart, eine leicht verspielte Atmosphäre, die stets die Pariser Delikatesse und den Charme des Ortes bewahrt.

Die Kirche La Madeleine und ihr Platz offenbaren sich in neuem Licht. In einem von Tony Selmersheim an der Jahrhundertwende gestalteten holzvertäfelten Ambiente wird ein Mittag- oder Abendessen zu einem zeitlosen Moment, in dem Sie von den köstlichsten Aromen, Geschmäckern und Düften überrascht werden – ausgewählt von Chef und seinem Team.