Theater La Cigale, verschiedene Shows und Konzerte, Modenschauen

Das Théâtre La Cigale ist ein Café-Concert-Saal am Boulevard Marguerite-de-Rochechouart im Viertel Pigalle am Fuße des Montmartre-Hügels. Erbaut 1887 an der Stelle des Bal de la Boule noire (1) (gegründet 1822), bietet es etwa 1.000 Plätze und spezialisierte sich von Anfang an auf Revuen.

(1) Die Boule Noire ist heute ein 200-Plätze-Theater mit Eingang ebenfalls am 120, Boulevard de Rochechouart, direkt benachbart zum Théâtre La Cigale. Dort wurde der damals modische Tanz „Quadrille des Lanciers“ in den Goguetten eingeführt. Das heutige Programm vereint junge Talente und etablierte Stars, vor allem in den Genres Rock und Metal.
Die verschiedenen Leben der La Cigale
1894 wurde der Saal von dem Architekten Henri Grandpierre erweitert. Die Decke gestaltete Adolphe Léon Willette. Hier traten Mistinguett, Maurice Chevalier, Yvonne Printemps, Gaston Ouvrard, Arletty, Raimu oder Max Linder auf. Gina Palermo debütierte hier 1910.

1915 übernahm Madame Rasimi, Direktorin des Ba-Ta-Clan, die Leitung des Hauses.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Operetten, Vaudevilles und futuristische Abende von Jean Cocteau gespielt. 1924 entstand im Keller ein Kabarett. Doch das erste Leben der La Cigale endete 1927: Das Café-Concert schloss seine Pforten und wurde vorübergehend durch eine kleine Music-Hall namens La Fourmi ersetzt.

In den 1940er-Jahren wurde die La Cigale zu einem Kino, das sich zeitweise auf B-Movies (Serie B, Sexfilme, Kung-Fu) und später auf pornografische Filme spezialisierte.
Die Wiedergeburt der La Cigale
1987 öffnete die La Cigale wieder ihre Türen – mit den Rita Mitsouko – dank Jacques Renault und Fabrice Coat, zwei ehemaligen Antiquitätenhändlern und Mitbegründern des Nachtclubs „Les Bains Douches“. Der Saal wurde zu einer vielseitigen Veranstaltungshalle modernisiert und von Philippe Starck gestaltet. Die künstlerische und kommerzielle Leitung übernahm Corinne Mimram. Im Januar 2007 ging die La Cigale eine Partnerschaft mit SFR ein und trug für zwei Jahre den Namen La Cigale SFR.

Seit Januar 2011 wird sie von Jean-Louis Menanteau als neuem Generaldirektor geleitet.

Der Saal der La Cigale ist direkt mit dem benachbarten Theater Boule Noire verbunden. Das Vestibül und der Saal des ehemaligen Café-Concerts stehen seit dem 8. Dezember 1981 unter Denkmalschutz.

Im September 2013 eröffnete die La Cigale im 124, Boulevard de Rochechouart das Restaurant „La Cantine de la Cigale“. Das Restaurant grenzt direkt an das Theater. Oft trifft man dort Künstler, die im Théâtre La Cigale auftreten – nachmittags oder abends nach den Konzerten.
Eine vielseitige Programmgestaltung
Die Rita Mitsouko waren 1987 die ersten. Es folgten internationale Stars wie Barbara Hendricks, Michel Petrucciani, Johnny Hallyday, Michel Jonasz, Red Hot Chili Peppers, David Bowie, Iggy Pop, Led Zeppelin. Auch Julie Zenatti, Indochine, Muse, The Allman Brothers Band, Status Quo, Jeff Beck, Johnny Winter, Iggy Pop, Charles Trenet, Bonnie Tyler, Jack White, The Kills, Kim Wilde, Kylie Minogue, Noir Désir, Dido, Renaud (für ein kostenloses, privates 6-stündiges Konzert am 29. September 2007), Oasis, Radiohead, Blur, Page & Plant, Prince, Claude Nougaro, -M-, Manu Chao, Superbus, Norah Jones, The Dead Weather, Vincent Delerm (46 Mal), Gaspard Proust, Eric Clapton, Metronomy, Matmatah, Vald, Shaka Ponk usw. traten hier auf.

Als Teil der Gruppe Because Music ist die La Cigale auch ein Entdecker neuer Künstler: Justice, Keziah Jones, Charlotte Gainsbourg, Manu Chao. Die Liste wächst weiter – darunter das mehr als 20 Jahre in der La Cigale stattfindende Festival des Inrockuptibles sowie das Factory-Festival.

Doch La Cigale, verliebt in Musik, ist auch eine Anhängerin des Humors: Michelle Laroque und Pierre Palmade spielen dort ihr Werk „Ils s’aiment“. Édouard Baer, Jamel, Guy Bedos, Florence Foresti tragen dort ihre Sketche vor. Pierre Palmade erhielt 1993 einen Molière für sein Programm „Passez me voir à l’occasion“ in La Cigale.

Und das Programm geht noch weiter! Auch die Mode wird hier gefeiert: „Jean-Paul Gaultier“ und „Comme des Garçons“ verwandeln die Bühne in einen Laufsteg.

Natürlich offen für alle Neugierigen, zieht die Vielfalt ihrer Programme alle Arten von Publikum an, und La Cigale wird sogar von privaten Partnern unterstützt (SFR, Yamaha, Fun Radio, Micromania, Red Bull).

Ein weiteres Symbol des Erfolgs: das Kino. Woody Allen wählte den Zauber des Saales, um dort „Midnight in Paris“ zu drehen.
Der Veranstaltungsort
Als vielseitiger Auditorium umgestaltet, wurde er von Philippe Starck modernisiert und dekoriert.

Der Saal bietet Platz für bis zu 1.477 Personen (für Stehkonzerte) oder 954 Personen (für Sitzplätze). Die Bühne ist mit einer modularen Plattform ausgestattet, die sich dank eines hydraulischen Systems neigen und erhöhen lässt.