Musée du Jeu de Paume: Fotografie und Bild, Videokunst, experimenteller Film
Musée du Jeu de Paume – Ursprung: ein Ort für den Sport
Das Musée du Jeu de Paume ist heute das Gebäude, das die Galerie Nationale du Jeu de Paume beherbergt. Es wurde als reiner Sportort („Jeu de Paume“, Vorläufer des Tennis) errichtet. 1861 genehmigte Napoléon III seinen Bau im Garten der Tuilerien und verlangte, dass seine Architektur der des Musée de l’Orangerie ähneln sollte. Der Jeu-de-Paume-Court wurde 1862 eingeweiht.
Wissenswert: Der historische Eid, der als „Ballhausschwur“ bekannt ist – ein Bündnis der 578 Abgeordneten des Dritten Standes, des Klerus und des Adels (tatsächlich waren nur etwa 300 anwesend) – wurde am 20. Juni 1789 in der Ballhaushalle des Schlosses von Versailles geleistet. Er gilt als Ausgangspunkt der Französischen Revolution.
Das Musée du Jeu de Paume und seine vielfältigen historischen Nutzungen
Während des Ersten Weltkriegs diente die Ballhaushalle als Ausgabestelle für Lebensmittelmarken. Dennoch fanden vereinzelt Ausstellungen statt. Am 23. Dezember 1932 wurde sie zum „Musée des Peintures des Écoles étrangères contemporaines“ (Museum für Malerei der zeitgenössischen ausländischen Schulen). Die jahrzehntelang eingelagerten Sammlungen wurden endlich gezeigt: Werke von Modigliani, Van Dongen, Picasso, Gris, Chagall, Zadkine … Das Museum erlangte internationale Bekanntheit.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Jeu de Paume zahlreiche von den Nazis geraubte Kunstwerke gelagert, und Göring wählte hier seine Beute aus. Nach der Befreiung wurde 1946 im Jeu de Paume eine Rückgabekommission unter Leitung von Rose Valland eingerichtet.
Von 1947 bis 1986 (als das Musée d’Orsay eröffnet wurde) wurden die Sammlungen des Museums für zeitgenössische ausländische Kunst mit denen des Musée du Luxembourg zum Musée National d’Art Moderne zusammengeführt. Das Museum der Impressionisten zog daraufhin ins Jeu de Paume ein. 1986 wurden die impressionistischen Werke ins Musée d’Orsay überführt, das Jeu de Paume schloss vorübergehend. 1987 beschloss das Kulturministerium, das Gebäude für zeitgenössische Kunst zu nutzen.
Letzte Bestimmung des Museums
Die Galerie Nationale du Jeu de Paume wurde am 17. Juni 1991 eröffnet. Ohne eigene Sammlung zeigt sie ausschließlich Wechselausstellungen zur Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Schließlich wurde das Jeu de Paume 2004 per ministerieller Entscheidung zu einem Museum für Fotografie und Bildkunst, experimentellen Film, Video und Dokumentarfilm. Ein wahrhaft abwechslungsreicher Werdegang!