Hôtel de Beauvais, 5 Fakten, die Geschichte schrieben

Das Hôtel de Beauvais liegt im lebendigen Viertel Le Marais, in der charmanten Rue François-Miron. Es ist ein Meisterwerk der Architektur des 17. Jahrhunderts und seit 2004 Sitz des Pariser Verwaltungsgerichtshofs. Obwohl das Gebäude normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, kann man den Innenhof und die Fassaden bewundern, wenn man die Wärter am Eingang höflich darum bittet. Zudem ist das Innere des Hôtel de Beauvais während der „Tage des offenen Denkmals“ (Journées du patrimoine) für die Öffentlichkeit zugänglich.

1654 erwarben Monsieur und Madame de Beauvais das Anwesen, das damals der Ehefrau von Nicolas Fiquet gehörte, dem damaligen Finanzminister (ein hoher Beamter, der die Ausgaben des Staates genehmigte). 1656 wurde es in ein prunkvolles Stadtpalais umgewandelt, wobei die Arbeiten Antoine Le Pautre, dem Architekten des Königs, übertragen wurden.

Madame de Beauvais, geborene Catherine Bellier, war eine Favoritin der Königin. Als erste Kammerfrau von Anne d’Autriche zählte die Baronin de Beauvais zu ihren engsten Vertrauten. Auf Wunsch der Königin entjungferte sie den jungen König Ludwig XIV., der damals erst sechzehn Jahre alt war … Ein solcher Dienst verdiente eine Belohnung! Von ihrem Balkon aus beobachteten die Königinmutter, Mazarin und Turenne 1660 den Einzug Ludwigs XIV. und seiner jungen Gemahlin Marie-Thérèse in Paris.

EIN ARCHITEKTONISCHES WUNDER – Nach der Bewunderung der Fassade im Stil des Grand Siècle von der Straße aus, betritt man den Innenhof, ein wahres architektonisches Juwel. Dort fallen die Widderköpfe an der Fassade auf, die an den Mädchennamen der Baronin de Beauvais, Catherine Bellier, erinnern. Auch die Form des Gebäudes ist ungewöhnlich. Auf einem unregelmäßig geformten Grundstück errichtete Architekt Le Pautre mit der asymmetrischen Parzelle ein Spiel aus konkaven und wellenförmigen Fassaden. Ein bemerkenswert gelungenes Puzzle! Auch der mit Säulen und in Stein gemeißelten Reliefs verzierte Saal gehört zu den herausragenden Elementen des Bauwerks.

Später beherbergte das Gebäude, das der bayerische Botschafter erworben hatte, 1763 die Familie Mozart. Die unregelmäßige Grundstücksform erforderte eine originelle Lösung, insbesondere für den halbovalen Hof. Die fünf mit Maskaronen – kleinen dekorativen Masken – verzierten Türen stammen aus den ehemaligen Stallungen. Auch die Treppe mit ihrem schmiedeeisernen Geländer ist bemerkenswert. Vom prunkvollen Interieur des 18. Jahrhunderts ist jedoch nichts mehr erhalten. Seit einigen Jahren beherbergt das Hôtel de Beauvais den Pariser Verwaltungsgerichtshof.

Hôtel de Beauvais, 68 rue François-Miron

Das Viertel Saint-Gervais hat sein mittelalterliches Straßennetz bewahrt: Rue François-Miron, Rue des Barres u. a.