Mémorial des Martyrs de la Déportation – Île de la Cité
Am 12. April 1962 vom damaligen französischen Staatspräsidenten General de Gaulle eingeweiht, erinnert das Mémorial des Martyrs de la Déportation an charakteristische Aspekte der Konzentrationslagerwelt: die Inhaftierung, die Unterdrückung, die unmögliche Flucht, „diese lange Prüfung der Zermürbung, den Willen zur Auslöschung und zur Erniedrigung“.
Ein langer, von Gittern durchzogener Gang, dessen Wände mit 200.000 Glasstäben verziert sind, symbolisiert die unzähligen Opfer der Deportation in die nationalsozialistischen Lager. Am Eingang dieses Gangs befindet sich ein Grab mit den sterblichen Überresten eines unbekannten Deportierten, der im KZ Natzweiler-Struthof starb und hier am 10. April 1962 überführt wurde.
Nach dem Abstieg der Treppen erzeugt der Blick auf die Seine ein seltsames Gefühl: Der Besucher hat den Eindruck, sich außerhalb der Welt zu befinden, die draußen weiterlebt und sich bewegt.
Rechts und links führen zwei Seitengänge zu Nischen mit Urnen, die Erde aus verschiedenen Lagern und Asche aus den Krematorien enthalten.
Auf den Wänden sind Auszüge aus Gedichten und Zitate von Robert Desnos, Paul Éluard, Louis Aragon, Vercors, Antoine de Saint-Exupéry, Jean-Augustin Maydieu und Jean-Paul Sartre eingraviert.
Im Obergeschoss, das nur auf Anfrage zugänglich ist, zeigen mehrere Säle eine Ausstellung.