Frankreichs Nationalfeiertag, der 14. Juli, der erst auf das Jahr 1880 zurückgeht, bezieht sich sowohl auf den Bastille-Tag vom 14. Juli 1789 als auch auf die Fête de la Fédération vom 14. Juli 1790, also auf die Französische Revolution. Wie sind all diese Ereignisse zu verstehen?
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Der Sturm auf die Bastille und die Vorbereitungen für die Fête de la Fédération am 14. Juli 1790
Alles begann mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 (siehe ..URL). Diese Julitage 1789 waren alles andere als festlich. Maschinengewehrfeuer, die Zerstörung der Bastille, Tote und der Beginn vom Ende der absoluten Monarchie.
Um die Nation nach dem Sturm auf die Bastille und den folgenden Unruhen wieder zu vereinen, beschlossen die damaligen Regierungen, eine große Versammlung auf dem Champ-de-Mars in Paris am 14. Juli 1790 abzuhalten. Hunderttausende Menschen versammelten sich in einer Atmosphäre der nationalen Einheit, in Gegenwart des Königs und der Abgeordneten. Dies war die Fête de la Fédération.
Am 1. Juli 1790 begannen die Arbeiten zur Umgestaltung des Champ-de-Mars in einen riesigen Zirkus, der 100.000 Menschen fassen konnte, mit dem Altar de la Patrie in der Mitte. Die Arbeiten, für die die Unterstützung der Pariser angefordert wurde, wurden in einer Atmosphäre der Brüderlichkeit und Begeisterung durchgeführt. Arbeiter aus dem Faubourg Saint-Antoine arbeiteten Seite an Seite mit der Bourgeoisie auf der Baustelle.
Man kann sogar Ludwig XVI. sehen, wie er mit einer Hacke zuschlägt, oder La Fayette im Hemdsärmel. An diesem Tag marschierten etwa 100.000 Föderierte Soldaten aus allen Départements in Paris ein und zogen von der Bastille zum Champ-de-Mars.
Das Fête de la Fédération am 14. Juli 1790 und die Einheit Frankreichs
Ludwig XVI., Marie-Antoinette und der Dauphin nahmen ihre Plätze im Pavillon gegenüber der École Militaire ein. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde ein Triumphbogen errichtet. Die Tribünen waren mit 260.000 Parisern gefüllt.
An diesem 14. Juli 1790 Talleyrand hielt die Messe. Dann, beim Höhepunkt der Zeremonie, La Fayette leistete den Treueeid auf die Nation, den König und das Gesetz, der von der Menge wiederholt wurde.
Schließlich war der König an der Reihe, Treue zu den neuen Gesetzen zu schwören: „Ich, König der Franzosen, schwöre, die Macht, die mir durch das Verfassungsgesetz des Staates übertragen wurde, zu nutzen, die von der Nationalversammlung erlassene und von mir akzeptierte Verfassung zu wahren und die Gesetze durchzusetzen.“
Die Königin erhob sich und deutete auf den Dauphin und erklärte: „Das ist mein Sohn, er ist, wie ich, von denselben Gefühlen durchdrungen.“ Der Marquis de Ferrières erinnert daran, dass „diese unerwartete Geste mit tausend Rufen von: Es lebe der König, es lebe die Königin, es lebe Monsieur le Dauphin! belohnt wurde“. Die Monarchie blieb unangefochten, die Revolution wurde ratifiziert und die nationale Einheit gefeiert.
Weniger als drei Jahre später wurde die Republik ausgerufen und Ludwig XVI. hingerichtet. Aber was geschah?
Die Einheit von 1790 war von kurzer Dauer
Am 20. und 21. Juni 1791, angesichts des Zusammenbruchs seiner Macht, entschied sich Ludwig XVI., das Königreich zu verlassen, wurde jedoch in Varennes in Lothringen (etwa 250 km östlich von Paris und etwa 50 km nördlich von Verdun nahe der französischen Grenze) aufgehalten und festgenommen.
Im November 1791 forderte die neue Gesetzgebende Versammlung alle unbotmäßigen Priester auf, den Eid abzulegen. Diesmal legte der König sein Veto ein.
Am 1. Februar 1792 wurden vierhundert Priester in Angers interniert. Das Gesetz vom 27. Mai 1792 drohte allen Priestern mit Deportation. Der König legte erneut sein Veto ein, und das Gesetz wurde ausgesetzt.
Am 20. April 1792 erklärten der König und die Gesetzgebende Versammlung Österreich den Krieg. Verbündet mit Preußen hatte dieses seine Truppen an den Grenzen zusammengezogen.
Die Versammlung erließ einen Beschluss zur Bildung eines Lagers mit 20.000 Föderierten (oder Freiwilligen) unter den Mauern der Hauptstadt zu deren Verteidigung. Wieder einmal legte der König sein Veto ein.
Am 20. Juni 1792 forderten die revolutionären Clubs die Versammlung auf, dem König das Vetorecht zu entziehen, und stürmten dann den Tuilerien-Palast, in dem die königliche Familie residierte. Sie marschierten vor Ludwig XVI. auf und skandierten „Nieder mit dem Veto!“. Sie zwangen den Monarchen sogar, eine rote Mütze aufzusetzen und ein Glas Wein „auf die Gesundheit des Volkes!“ zu trinken. Doch Ludwig XVI. ließ sich nicht einschüchtern und gab der Menge nichts nach.
Dennoch flammten die Gemüter auf. Am 11. Juli erklärte die Gesetzgebende Versammlung „la patrie en danger“ und mobilisierte das Land in Erwartung einer ausländischen Invasion.
In Paris marschierten Abteilungen der Nationalgarde durch die Straßen zu Musik, angeführt von einer Trikolore mit der Aufschrift: „Bürger, das Vaterland ist in Gefahr“. Trotz des Vetos des Königs ergriffen die Abgeordneten die Freiheit, den Föderierten der Départements die Erlaubnis zu geben, nach Paris zu kommen.
So kamen die Marseiller in die Hauptstadt Paris und sangen tapfer das „Chant de guerre pour l’Armée du Rhin“… das die Pariser später in die „Marseillaise“ umbenannten.
Die Fête de la Fédération am 14. Juli 1792
Zwei Jahre nach der ersten gab es am 14. Juli 1792 erneut eine Fête de la Fédération. Über sie wird kaum berichtet. Wie ihr Vorgänger fand sie auf dem Champ-de-Mars statt. Die Dekorationen waren schlichter und die Menge kleiner, aber sehr feindlich gegenüber dem König. Achtundachtzig Fédérés-Zelte, eines für jedes Département, und achtundachtzig Bäume bildeten die Kulisse.
Am Fuße eines der Bäume, am Fuße des Altars der Vaterlandsliebe, wurde ein Scheiterhaufen errichtet. An den Ästen des Baumes hängen Schilde, Wappenschilde, Helme, Tiaren, Kronen, blaue und sogar rote Bänder – die Insignien des Ancien Régime. Ludwig XVI., begleitet von einer Handvoll treuer Anhänger, die ihm als Leibwache dienen, kommt auf den Champ de Mars, um seinen Eid zu erneuern. Als er vorbeiging, rief die Menge: „Nieder mit Madame Veto! Nieder mit der Österreicherin!“
Im Moment des Schwurs feuerten 54 Kanonen gleichzeitig, wodurch die Stimme von Ludwig XVI. übertönt wurde. Der Präsident der Versammlung bat den König daraufhin, das Scheiterhaufen zu entzünden, der die Symbole des Feudalismus zerstören sollte. Sehr ruhig erwiderte der König: „Es gibt kein Feudalismus mehr“, und kehrte dann zum Rednerpult zurück.
Auf dem Rückweg zu den Tuilerien jubelten die regulären Truppen dem König zu. Am nächsten Tag mussten sie Paris verlassen.
Das preußische Heer unter dem Kommando des Herzogs von Braunschweig lagerte in Koblenz an den Ufern des Rheins. Am 25. Juli veröffentlichte er ein Manifest, in dem er drohte, Paris „militärischer Exekution und totaler Zerstörung“ zu unterwerfen, falls „die königliche Familie auch nur den geringsten Übergriff erleiden sollte“.
Ganz im Gegensatz zu seinen Erwartungen löste die Drohung einen patriotischen Aufschrei in Frankreich aus.
Drei Wochen später, am 10. August, wurden die Tuilerien von den Fédérés gestürmt und geplündert… und es gab ein Massaker. Es würde keine weitere Fête de la Fédération mehr geben.
Die Fête de la Fondation de la république und ihre Fortsetzung bis 1880
Die „Fête de la fondation de la République“ wurde jedes Jahr am 1. Vendémiaire (22., 23. oder 24. September) von 1793 bis 1803 gefeiert.
Der Erste Konsul Napoleon Bonaparte setzte ab 1804 die Fête de la Fédération (auch Fête de la Concorde genannt) aus und behielt nur noch Feierlichkeiten zu seinen Ehren bei: den Tag der Kaiserlichen Krönung am 2. Dezember und den Sankt-Napoleon-Tag, der am 15. August durch das Dekret vom 19. Februar 1806 eingeführt wurde. Der 14. Juli, ein subversiver Feiertag, wurde ab 1804 bis 1848 nur noch in geheimen Feiern begangen.
1849 wurde ein Nationalfeiertag am 4. Mai gefeiert, dem Jahrestag der Ausrufung oder Ratifizierung der Republik durch die verfassungsgebende Nationalversammlung der Zweiten Republik (1848–1852).
1852 stellte Napoleon III den Sankt-Napoleon-Tag wieder ein.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 gedachte der Nationalfeiertag zunehmend einer Nation, die Elsass-Lothringen verloren hatte, wobei die Dritte Republik die Sehnsucht nach Rache durch die Verherrlichung der Armee in einer Militärparade schürte.
Am 30. Juni 1878 fand anlässlich der Weltausstellung ein Nationalfeiertag statt.
Ein neuer Blick auf den französischen Nationalfeiertag – nur im Jahr 1880
Erst zu Beginn des Jahres 1879 gelang es den Republikanern, die Kontrolle über alle Institutionen des Landes zu übernehmen. Die Republik verankerte sich durch die Annahme einer Reihe von Symbolen, Ritualen und kollektiven Praktiken. 1880 sahen sich die republikanischen Abgeordneten gezwungen, der Nation einen kollektiven Feiertag zu bieten, dessen Datum festzulegen und dessen Inhalt zu organisieren war.
Der 14. Juli wurde zu einem zentralen Thema der Debatte, ob er Frankreichs Nationalfeiertag werden sollte oder nicht. Dank der Schriften von Victor Hugo und Michelet hatte sich das kollektive Gedächtnis dieses historischen Substrats bemächtigt und es zum Gründungsereignis erhoben – einen Sieg des Volkes über die Willkür der Monarchie. Überzeugte Republikaner waren von der Verherrlichung des Volksheldentums vom 14. Juli 1789 beeindruckt. Gemäßigte Republikaner und einige Orleanisten schätzten den verbindenden Wert des 14. Juli 1790, der die Gewalt des Sturms auf die Bastille abmilderte und das Pariser Ereignis auf die gesamte Nation ausdehnte, die sich um ein gemeinsames Projekt vereinte.
Am 21. Mai 1880 brachte der französische Abgeordnete Benjamin Raspail einen Gesetzesentwurf ein, der am 8. Juni verabschiedet und am 6. Juli promulgiert wurde. Er lautete schlicht: „Die Republik nimmt den 14. Juli als Nationalfeiertag Frankreichs an.“ In den Anfangsjahren stand der 14. Juli 1790 im Vordergrund, nicht der 14. Juli 1789: „Dieser zweite Tag des 14. Juli, der weder einen Tropfen Blut noch eine Träne kostete, dieser Tag der Großen Föderation, wir hoffen, dass keiner von Ihnen sich weigern wird, uns zu helfen, ihn zu erneuern und zu verewigen – als Symbol der brüderlichen Union aller Teile Frankreichs und aller französischen Bürger in Freiheit und Gleichheit.“
Der erste Nationalfeiertag Frankreichs am 14. Juli 1880
Die Freude des 14. Juli 1880 vertrieb die Schmach des Verlusts der Fahnen im Jahr 1870 und stärkte die Verbindung zwischen Armee und Volk. Dieses Fest der Republik setzte sich als ein Fest ohne Gott durch: Klerus, Messe und Te Deum wurden verbannt.
Die Militärparade bringt Bürger aus allen Regionen Frankreichs zusammen, die nach dem Prinzip der Wehrpflicht eingezogen wurden. Später am Tag öffnen republikanische Bankette, Gruppenspiele und Volkstänze zum Klang von Blaskapellen. Sie veranschaulichen die Freude über den Sturm auf die Bastille und sind umso fröhlicher, da sie mit dem Ende des Schuljahres und dem Ende der landwirtschaftlichen Arbeit zusammenfallen. Fackelzüge und Feuerwerke krönen diesen denkwürdigen 14. Juli 1880.
Veranstaltungen und Feiern in ganz Frankreich am 14. Juli, dem Nationalfeiertag Frankreichs
Heute ist das wichtigste Ereignis die Militärparade in Paris. Aber nicht nur in Paris. Auch in den großen Städten Frankreichs, wie Lyon, werden Waffen präsentiert. Schließlich findet in jeder der 36.000 Gemeinden des Landes eine Zeremonie zum Anlass des Nationalfeiertags Frankreichs vor den Denkmälern für die Gefallenen statt, mit Reden des Bürgermeisters, der Anwesenheit repräsentativer Behörden, dem Niederlegen von Blumen und, falls eine lokale Blaskapelle vorhanden ist, dem Spielen des „Last Post“.
Der 14. Juli ist auch Anlass für Feuerwerksvorführungen.
Feuerwerk und Volkstänze am 14. Juli
In Paris, natürlich, von der Esplanade du Trocadéro, gegenüber dem Eiffelturm im Allgemeinen, aber auch in vielen anderen Städten.
Diese nächtlichen Spektakel finden an offenen Orten innerhalb der Städte statt, wie etwa Esplanaden, Parks oder Wasserläufen. Trotz ihrer manchmal hohen Kosten sind Feuerwerksvorführungen beim Publikum sehr beliebt. Feuerwerke können bereits am Vorabend (13. Juli) gezündet werden.
Diese „Sound and Light“-Feuerwerksvorführungen machen Frankreich zu einem Mekka für Feuerwerke, mit Feuerwerkswettbewerben, die das ganze Jahr über organisiert werden.
Diese Feuerwerksvorführungen, die den Reichtum der Gemeinde widerspiegeln, finden manchmal am 13. Juli statt und werden in der Regel von einem Volksfest begleitet, das oft von den Feuerwehrleuten ausgerichtet wird, um ihre Solidaritätsvereine zu unterstützen. Oft findet das Fest am 13. Juli statt, ebenso wie die Feuerwerke, am Vorabend eines Feiertags, was es den Menschen ermöglicht, am Morgen des 15. Juli früh zur Arbeit zu gehen. Es wird als „Ball der 14. Juli-Vorabend“ bezeichnet. Es gibt drei Hauptarten von Festen: die traditionelle Band oder Fanfare (im Süden des Landes Banda genannt), den Bal Musette, der zwischen den 1970er und 2010er Jahren in Vergessenheit geriet, und schließlich, am häufigsten, Feste, die von wandernden Orchestern organisiert werden, die auf Dorffeste spezialisiert sind.
Die Militärparade in Paris am Nationalfeiertag Frankreichs 1919
Am 14. Juli 1880 wurde das Champ-de-Mars zugunsten der Rennbahn Longchamp aufgegeben. Die politische Macht, im Namen der Nation, beauftragte das Militär mit dem Schutz und der Repräsentation der Nation und der Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben. Der 14. Juli und der Nationalfeiertag Frankreichs wurden als patriotische und militante Feierlichkeit, republikanisch und antiklerikal, etabliert. Neben der Militärparade spielten Blaskapellen und Orchester Musik, und der Tag endete mit einem Volksfest.
Die Militärparade am 14. Juli fand erstmals 1919 auf den Champs-Élysées statt, als Echo des Sieges im Ersten Weltkrieg. Französische Truppen marschieren triumphierend von Westen nach Osten durch Paris, von der Place de l'Étoile zur Place de la République. Die Parade zieht unter dem Arc de Triomphe vorbei, wobei das Grab des unbekannten Soldaten erst 1921 unter dem Arc de Triomphe de l'Étoile aufgestellt wurde.
In diesem Jahr war die Parade am 14. Juli außergewöhnlich feierlich: Die gesamte französische Armee und verbündete Truppen marschierten hinter den Marschällen Joffre und Foch, darunter tausend Verwundete, von der Avenue de la Grande Armée über die Champs-Élysées zur Place de la République.
Eine weitere Anekdote aus dem Jahr 1919: Obwohl die Flieger im Ersten Weltkrieg herausragende Leistungen erbracht hatten, wurden sie aufgefordert, zu Fuß zu marschieren. Als Reaktion darauf flog Hauptfeldwebel Charles Godefroy einige Wochen nach dem 14. Juli nicht über, sondern unter dem Arc de Triomphe. Der erste Überflug am 14. Juli fand schließlich 1934 statt.
Selbst zwischen 1925 und 1928 wurden keine Paraden organisiert, sondern nur eine einfache Zeremonie auf der Place de l'Étoile.
Die Militärparaden am 14. Juli während des Zweiten Weltkriegs
Von 1940 bis 1944 fanden in Paris keine Militärparaden am 14. Juli statt. Frankreich stand unter deutscher Besatzung. Allerdings marschierten am 14. Juli 1940 die ersten Freien Franzosen durch die Straßen Londons, und 1942 nahm eine Kompanie der späteren Kieffer-Kommandos der Freien Französischen Marinekräfte an der Parade teil.
Die Militärparade am 14. Juli 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg
Der 14. Juli 1945 wurde ebenfalls von drei Tagen des öffentlichen Jubels vorausgegangen. Es ist wichtig zu bedenken, dass die deutschen Truppen Paris zwar am 25. August 1944 übergaben, die letzten französischen Gebiete aber erst am 11. Mai 1945 befreit wurden. Erst am 9. Februar 1945, mit der Rückeroberung der Stadt Colmar, war Ostfrankreich vollständig befreit. In den Alpen wurden die Pässe nach Italien erst Ende April befreit, und die letzten Küstengebiete, in denen sich deutsche Truppen monatelang verschanzt hatten (Royan, Lorient, La Rochelle, Dünkirchen und Saint-Nazaire), waren die letzten befreiten Gebiete zwischen dem 14. April und dem 11. Mai 1945.
1945 fand der erste französische Nationalfeiertag und die Militärparade zum 14. Juli nach der Befreiung statt. Sie fand auf dem Place de la Bastille statt, wo sich die offizielle Tribüne befand, aber die motorisierten Truppen marschierten die Champs-Élysées entlang und durch die Hauptstadt. In den folgenden Jahren wechselte der Veranstaltungsort regelmäßig zwischen den Champs-Élysées und dem Cours de Vincennes, und die Grand Boulevards zwischen dem Place de la Bastille und dem Place de la République. Erst 1980 fand die Zeremonie schließlich auf der Avenue des Champs-Élysées statt.
Die Militärparaden zum 14. Juli in Paris sind immer ein großer Erfolg
Allgemeiner gesagt, ist die Militärparade zum 14. Juli ein unvergessliches Treffen zwischen den Franzosen und ihrer Armee und ehrt die Männer und Frauen, die Frankreich und die Franzosen dienen. Jedes Jahr ist es eine Gelegenheit, die Ausrüstung der Streitkräfte sowie die Einheiten, die bei Missionen und Operationen eingesetzt werden, zu präsentieren.
In Paris ist die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées das Ergebnis einer sorgfältigen Vorbereitung und trägt ein Symbol, das sich mit der Zeit entwickelt und die Möglichkeit bietet, auf die politischen Herausforderungen des Augenblicks zu reagieren.
1958-1959: Die 14. Juli der Unabhängigkeit und Macht. Diese 14. Juli waren die ersten, bei denen Frankreich seine schweren Waffen präsentierte. Die Parade wurde zur Schau von Frankreichs militärischer Stärke. Aber Charles de Gaulle wollte auch zeigen, dass die Annäherung Frankreichs an die Vereinigten Staaten nicht zu einem Verlust der Identität oder Unabhängigkeit geführt hatte.
Von 1974 bis 1979 wechselte der Veranstaltungsort der Parade. 1974: Valéry Giscard d’Estaing innovierte, indem er den Ort der Parade jedes Jahr wechselte, in Übereinstimmung mit der Tradition des revolutionären Paris. 1974: Bastille-République, 1975: Cours de Vincennes, 1976: Champs-Élysées, 1977: École Militaire, 1978: Champs-Élysées, 1979: République-Bastille. Aber 1980 wurde die Champs-Élysées erneut zum Schauplatz der Parade.
Traditionell marschieren die Pioniere (Soldaten) des 1. Fremdenregiments (die Légion Étrangère) in ihren traditionellen Äxten und Lederschürzen die Champs-Élysées entlang, gefolgt von der Musik der Fremdenlegion. Die Pioniere sind traditionell die Letzten der Parade. Denn sie marschieren langsamer als die anderen Einheiten, mit 88 Schritten pro Minute statt 120.
Der 14. Juli in Paris ist nicht nur eine Parade auf den Champs-Élysées!
Natürlich gibt es die beliebten Bälle, die oft in Feuerwachen (es gibt 71 Feuerwachen in Paris und den unmittelbaren Vororten) stattfinden, oder auch auf einem Platz oder an einer Kreuzung.
Dann gibt es die Feuerwerke, und vor allem das große Eiffelturm-Feuerwerk, das von den Brücken über die Seine, von den umliegenden Hügeln oder während einer Nachtfahrt auf der Seine (Reservierung erforderlich) oder im Fernsehen bewundert werden kann. Die Feuerwerke werden von den Jardins du Trocadéro, der Pont d’Iéna und dem Eiffelturm selbst abgefeuert. Die Show hat im Laufe der Jahre internationale Bekanntheit erlangt und zieht jedes Jahr zwischen 500.000 und 1.000.000 Zuschauer an.
Dann gibt es die beleuchteten Straßen und Boulevards, in denen man abends in der Wärme der meist milden und trockenen Monate Juli spazieren kann.
Schließlich war der 14. Juli in Paris der Anlass für einige außergewöhnliche Ereignisse:
1989: Das von Jean Paul Goude inszenierte Jubiläum zum 200. Jahrestag: 1 Million Menschen auf den Champs Elysées für diese außergewöhnliche Show, die ebenso viele Bewunderer wie Kritiker hatte, empört über die exorbitanten Kosten. Es muss gesagt werden, dass der damalige Präsident (François Mitterrand) immer ein Problem mit Zahlen hatte. Es war auch der Tag der Einweihung der Grande Arche de la Défense, 100 Jahre nach dem Eiffelturm.
1990: Jean Michel Jarres gigantisches Konzert in La Défense in Paris: 1,5 Millionen Menschen.
1994: Die Eurokorps nimmt an der Bastille-Tag-Parade teil und symbolisiert die deutsch-französische Versöhnung. Zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs marschieren deutsche Soldaten in Frankreich, unter dem Banner der deutsch-französischen Versöhnung im europäischen Rahmen.
Die traditionelle Gartenparty mit Champagner, die nach der Parade in den Gärten des Élysée-Palastes stattfand, begrüßte 2007, 2008 und 2009 Hunderte von Helden und anonymen Opfern. Sie wurde schließlich 2010 von Nicolas Sarkozy im Zuge der Sparmaßnahmen abgeschafft und nie wieder eingeführt.
Eine Ausnahme: wo der Nationalfeiertag im August ist
Die Gemeinde Viriat im Département Ain nordöstlich von Lyon gedenkt zwar des Sturms auf die Bastille am 14. Juli 1789, aber erst am darauffolgenden 1. August.
Doch sie feiert ihn etwas später, und das völlig legal – und das schon seit Ludwig XVI.
Am 11. Juli 1880 beschloss der Gemeinderat von Viriat eine Verordnung, die den Nationalfeiertag auf den ersten Sonntag im August verschob, obwohl das Raspail-Gesetz vom Juli 1880 die Erinnerung an den Sturm auf die Bastille auf den 14. Juli festlegte. Die Begründung der Stadtverwaltung war, dass die Bauern zu dieser Zeit mit der Ernte beschäftigt waren. Keine Zeit zum Feiern. Sie zogen es vor, bis zum Ende der Ernte zu warten, um das Ereignis zu feiern.
Diese Tradition hielt bis zur Covid-Pandemie an. Danach ist es schwer, eine Referenz zu finden.
Der 14. Juli, Frankreichs Nationalfeiertag in Gemälden
Viele Künstler ließen sich vom französischen Nationalfeiertag inspirieren. 1873 malte Alfred Sisley La Seine au Point-du-Jour, 14. Juli in der Nähe der Porte de Saint-Cloud während der Feierlichkeiten zum 14. Juli.
1875 malte derselbe Künstler das Gemälde Jour de Fête à Marly-le-Roi, das zuvor unter dem Titel 14 Juillet à Marly-le-Roi bekannt war. Er erhielt den Preis „le tableau d’or“, eine Auszeichnung, die Maler gewinnen konnten.
Die Fête von 1878, die zur Weltausstellung veranstaltet wurde, wurde in mehreren Gemälden von Claude Monet (La Rue Montorgueil à Paris. Fête du 30 juin 1878) und Édouard Manet (La Rue Mosnier aux drapeaux) verewigt.
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