Der erste Sprung vom Eiffelturm: Franz Reichelt starb sofort

Franz Reichelt: Der erste Mann, der vom Eiffelturm in den Tod sprang

Der erste, der vom Eiffelturm sprang — ein Experiment und ein Traum, der mit seinem Tod endete.

Paris war schon immer eine Stadt der Träume, der Innovation und manchmal auch tragischer Ambitionen. Unter seinen vielen Geschichten gibt es nur wenige, die so unheimlich sind wie die von Franz Reichelt, dem österreichischen Schneider, der 1912 durch seinen tödlichen Sprung vom Eiffelturm berüchtigt wurde. Sein Experiment – das Testen eines selbstgebauten Fallschirmanzugs – endete in einer Katastrophe, doch sein Vermächtnis lebt als eine Mahnung über menschlichen Mut und die dünne Grenze zwischen Genie und Torheit weiter.

Heute, während Paris die Olympischen Spiele 2024 ausrichtete, wirkt Reichelt’s Geschichte aktueller denn je. Der Eiffelturm, heute ein Symbol französischer Erfindungsgabe, war einst die Bühne für eines der schockierendsten öffentlichen Experimente der Geschichte. Tauchen wir ein in das Leben, den Sprung und die bleibende Wirkung von Franz Reichelt, dem ersten Mann, der vom Eiffelturm in den Tod sprang.

Der erste, der vom Eiffelturm sprang: Franz Reichelt, der Mann hinter dem Mythos

Franz Reichelt war nicht nur ein leichtsinniger Abenteurer – er war ein geschickter Schneider mit einer Leidenschaft für Erfindungen. Geboren 1879 in Österreich-Ungarn (heute Teil der Tschechischen Republik), zog er in den frühen 1900er Jahren nach Paris, wo er als Schneider arbeitete.
Doch Reichelt hatte größere Träume. Inspiriert von den rasanten Fortschritten in der Luftfahrt – wie dem ersten Flug der Wright-Brüder im Jahr 1903 – wurde er besessen von der Idee, einen tragbaren Fallschirm zu entwickeln, der Piloten in Notfällen retten könnte.

Damals steckte die Luftfahrt noch in den Kinderschuhen, und Abstürze waren häufig. Reichelt glaubte, seine Erfindung – eine Kombination aus einem Mantel und einem Fallschirm – könnte die Flugsicherheit revolutionieren. Er verbrachte Jahre damit, Prototypen zu testen, zunächst mit Puppen und später mit eigenen Sprüngen aus geringerer Höhe. Doch seine Experimente waren alles andere als wissenschaftlich. Freunde beschrieben ihn als geheimnisvoll, der seine Entwürfe und Methoden nicht einmal mit anderen Erfindern teilte.

The Eiffel Tower pointing toward the sky
Dieses Foto von Olivier Ovaguimian – Verfügbar im HD-Format bis zu 80 cm breit – Hier klicken

Bis 1912 war Reichelt überzeugt, dass sein „Fallschirm-Anzug“ für den ultimativen Test bereit war: ein Sprung von der ersten Plattform des Eiffelturms, 187 Fuß (57 Meter) über dem Boden. Er schrieb an die Präfektur der Pariser Polizei und bat um die Erlaubnis für eine öffentliche Demonstration. Überraschenderweise stimmten sie zu – unter einer Bedingung: Er musste zuerst eine Puppe verwenden. Reichelt weigerte sich. Er bestand darauf, es selbst zu testen, und behauptete, nur ein Mensch könne seine Wirksamkeit beweisen.

Der erste Sprung vom Eiffelturm: ein tödlicher Sprung am 4. Februar 1912?

Der Tag des Sprungs war kalt und bewölkt, doch das hielt eine Menschenmenge – darunter Journalisten und Kameraleute – nicht davon ab, sich am Eiffelturm zu versammeln. Reichelt kam früh, mit seiner sperrigen Erfindung: einem langen Mantel, in dessen Rücken ein gefalteter Fallschirm eingenäht war. Er hatte der Presse eine Sensation versprochen, und sie brannten darauf, das zu sehen, was er die „größte Erfindung des Jahrhunderts“ nannte.

Gegen 8:20 Uhr kletterte Reichelt auf das Geländer der ersten Plattform. Unten standen Feuerwehrleute mit einem Netz bereit, das aber eher symbolisch war – kein Netz hätte ihn aus dieser Höhe retten können. Die Kameras liefen, als er einen Moment zögerte, dann in die Leere trat.

Was dann geschah, wurde in einem verstörenden Stummfilm festgehalten, der bis heute kursiert. Statt sanft zu Boden zu gleiten, stürzte Reichelt wie ein Stein. Sein Fallschirm öffnete sich nicht richtig, und er schlug mit Endgeschwindigkeit auf den gefrorenen Boden auf. Die Wucht war so groß, dass sie eine Vertiefung im Boden hinterließ. Er starb auf der Stelle.